Elbeschwimmen 2022

Ein Bericht von Angi

Wer einmal schneller schwimmen möchte, als er gucken kann, der ist beim Elbeschwimmen sehr gut aufgehoben.

Nachdem Tobias und ich den Müritzman hinter uns hatten, dachten wir, wäre ein wenig Entspannung gut. So bestiegen wir Sonntagfrüh den Railjet von Berlin Gesundbrunnen Richtung Dresden. Die restliche Strecke legten wir mit der Straßenbahn zurück. Dann nur noch ein paar Meter zu Fuß zum blauen Wunder.

Motto der Veranstaltung: Man kann, man muss aber nicht in der Elbe schwimmen! Was eigentlich nur eine einmalige Demonstration im Jahre 1998 sein sollte, hat sich inzwischen zu einer traditionellen Veranstaltung in jedem Sommer etabliert und fand dieses Jahr schon zum 25. Mal statt.

An dem Elbeschwimmen kann jeder teilnehmen, der sich zutraut eine Strecke von ca. 3,5 km – mit der Strömung – zu schwimmen. Die Strömungsgeschwindigkeit der Elbe ist abhängig vom Pegelstand. Durchschnittlich beträgt sie 1,1 m/s, d.h. 4 km/h. Keiner braucht sich anzumelden, eine Startgebühr wird nicht erhoben. Die Veranstalter bitten um eine Spende von 2 € aufwärts und ich kann nur sagen, es ist definitiv mehr wert!

Wer mochte, konnte sich statt der einfachen Badehose ein fantasievolles Kostüm anziehen. Viele Schwimmer trugen lustige Hüte, Badebekleidung aus der Jahrhundertwende oder stiegen mit Poolnudel oder Luftmatratze ins Wasser. Die jüngsten Teilnehmer waren um die 8 Jahre alt und schwammen mit Genehmigung und in Begleitung der Eltern, die ältesten waren über 80 Jahre! Die Teilnehmerzahl ist stark abhängig vom Wetter und deshalb weder voraussehbar noch exakt zu erfassen. Es wird jährlich mit 1000 Teilnehmern gerechnet, dieses Jahr waren es mit über 1800 weit mehr.

Am Anfang dachte man noch, na so viele werden es wohl nicht werden und auf einmal war der Uferbereich sehr gut gefüllt. Es gab noch eine kurze Einweisung bezüglich Strömung, Verhalten bei Fährschiffen und der Gefahr vor Verletzungen im Uferbereich.

Da das Schwimmen keinerlei Wettkampfcharakter aufwies wurde das Startsignal irgendwann gegeben, als ein Großteil der Teilnehmer sich ins seichte Elbeufer begeben hatte. Und dann trieb man auch schon los. Völlig ungewohnt hatten Tobias und ich unser Handy dabei, weil wir einmal Bilder während eines Schwimmens machen wollten. Dies war aufgrund der Strömung gar nicht so einfach. Wenn wir ein schönes Motiv erblickt hatten, mussten wir uns sputen, bevor wir schon wieder daran vorbei getrieben waren. Wir haben unterwegs viel gelacht und ein paar tolle Bilder sind auch entstanden.

Nach einer knappen halben Stunde waren wir schon am Ziel, dem Fährgarten Johannstadt. Dort war der Ausstieg gar nicht so einfach. Sobald man die Füße auf dem Grund abgesetzt hatte, riss einem die Strömung selbige weg. Auf allen Vieren krabbelte ich an Land und dann wieder menschlicher auf zwei Füßen die Treppen hoch. Am Ufer erwarteten uns Frischwasserduschen, Veranstaltungsshirts, eine Grillwurst und ein Freigetränk. Wir ließen es uns schmecken und freuten uns über die tolle Atmosphäre. Da das Wetter super war, saßen wir noch lange im Biergarten und genossen das Sommerfest.

Wenn es in unseren Freiwasserzeitplan passt, werden wir bestimmt wieder daran teilnehmen. Hat jemand Lust uns zu begleiten? Alle Infos zum Elbeschwimmen findet ihr hier.

Angi