Gold beim MV-Allrounder 2019

Gold beim MV-Allrounder 2019

21. September 2019 Wettkämpfe 0

Traditionsreiches Vilmschwimmen 24.09.2019

Dies war unser zweiter Versuch dieses Jahr auf Rügen an einem Freiwasserwettkampf teilzunehmen. Der erste in Binz ging wegen der schlechten Wetterbedingungen in die Hose. Daher hofften wir natürlich auf unser Vilmschwimmen. Hierbei sollten wir von der Insel Vilm 2,5 km zurück nach Lauterbach schwimmen.

Da die Hotels auf Rügen während der Saison kaum bezahlbar waren, fuhren wir Freitag los und nächtigten in der gleichen Pension wie beim Boddenschwimmen in Greifswald. So war unsere Anfahrt am nächsten Morgen nicht mehr so weit. Also falls jemand von euch auf Rügen eine Ferienwohnung besitzt, die um diese Jahreszeit frei wäre, wir würden uns da völlig selbstlos anbieten, ein- oder zweimal im Jahr nach dem Rechten zu sehen ;D

Gegen 7:30 Uhr in Lauterbach angekommen, ließen wir uns einen Parkplatz zuweisen (wir hatten aus dem letzten Jahr gelernt, dass es eine begrenzte Anzahl von Stellplätzen für das Event gibt) und gingen direkt zur Anmeldung. Da wir uns bereits im Januar registriert und unser Meldegeld überwiesen hatten, ging es ziemlich schnell voran. Wir bekamen einen Transponder, eine Badekappe und ein Säckchen mit zwei Gutscheinen. Für den einen Gutschein gab es schon vor Veranstaltungsbeginn ein hübsches blaues T-Shirt, während der andere Gutschein für die Erbsensuppe nach der Anstrengung war. Also holten wir uns unser Shirt und gingen gleich weiter zur Ausgabe der Restubes. Dieses Jahr war es nämlich Pflicht, die sich im Notfall selbst aufblasende Rettungsboje zu tragen. Danach suchten wir umgehend den Stand für den MV-Allrounder auf. Dort gab es einen Stempel und die Hefte wurden gegen das Versprechen einer späteren Siegerehrung für Goldschwimmer eingezogen. Somit hatten wir unsere Arbeit vorerst erledigt und konnten uns in aller Ruhe umschauen.

Viele fleißige Helfer waren seit dem Vortag mit dem Aufbau der kleinen Vilmschwimmen-Stadt beschäftigt. Ein Zelt für die Verpflegung (Tee, alkoholfreies Bier und Kuchen), eins als Herberge für die Rucksäcke der Sportler, ein gemischtes Duschzelt, ein Massagezelt und viele weitere für die unzähligen Helfer. Über Nacht war dort wirklich eine kleine Stadt direkt am Hafen gewachsen.

 

Zwischenzeitlich trudelten auch Thomas Beyer, seines Zeichens Fachwart Schwimmen beim Berliner Schwimm-Verband und Grit Zobywalski, Sachbearbeiterin und gute Seele des BSV, ein und wir plauderten über Gott und die Welt, bis das erste Fährschiff sich bereit machte, die ersten ungeduldigen Schwimmer auf die Insel zu verfrachten. Also rauf auf die MS Sundevit und rüber zur Insel. Auf dem Weg dorthin konnten wir uns einmal mehr die Strecke ansehen. Und das Meer, aber was wir da sahen, gefiel uns so gar nicht. Ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke gab es eine Ansammlung von Algen, Seetang und Dreck. Ein richtig dicker großer brauner Teppich lag dort im Wasser. Bei dem Anblick überlegte ich kurz, ob ich da wirklich gleich durchschwimmen wollte. Aber nur die Harten kommen in den Garten und in unserem Fall durchs Wasser zurück auf die andere Seite. Das Startgeld war bezahlt, der Wettkampf fand statt, also ließen wir uns von ein bisschen Dreck doch nicht so einfach unterkriegen!

Auf der Insel Vilm angekommen, verteilten sich die Teilnehmer schnell über das ganze Eiland. Wir zogen uns zügig auf die Terrasse einer der Bungalows zurück, wo wir im Vorjahr schon Obdach gefunden hatten, bis der Start erfolgte. So konnten wir drei, Thomas, Tobias und ich, entspannt im Schatten sitzen, noch ein wenig plaudern und uns gemächlich auf den Start vorbereiten. Schließlich haben wir mit den Jahren unsere Rituale, die es zu pflegen gilt. Eine Stunde vorher eine Banane und wenn möglich einen Proteinriegel und kurz vor dem Countdown noch Magnesium und etwas mit Koffein. Der Start war auf 11:15 Uhr festgesetzt und so schlenderten wir gut 15 Minuten vorher Richtung Betonplattform. Die letzten Sachen noch ab in den Rucksack, diesen dann in den nummerierten blauen Sack und beim Transportschiff abgeben. Nun standen wir einmal mehr, absolut heiß auf den Beginn, in einer Traube von Menschen und drängelten uns so zügig es ging Richtung Wasser. Kurzes Durchatmen und mit einem beherzten Sprung in die Ostsee. Dabei verloren wir drei uns wie immer aus den Augen. Die Startlinie wurde durch Kanus markiert, daran konnten wir uns alle gut orientieren. Nach dem Startpfiff zog sich das Feld schnell auseinander. Nun galt es, die 2,5 km so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Das Wasser war ruhig und der Wind hielt sich auch zurück. Nach der Hälfte der Strecke kam es zum Glück nicht zu dem befürchteten Zusammenstoß mit dem vom Schiff beobachteten Meeresmüll und so konnten wir unbehelligt unsere Strecke bewältigen. Kurz vor dem Hafenbecken wurde es bekanntlich noch einmal enger, da legte jeder noch eine Kohle drauf und sprintete Richtung Ziel. Danach musste man mit letzter Kraft eine ziemlich steile Treppe erklimmen um sein Handgelenk mit dem Transponder an die Zeitmatte zu drücken. Trotz Hilfe zweier sehr kräftiger und versierter Männer war dies jedes Jahr eine Herausforderung.

 

Gleich nach dem Hochhieven und Zeitnehmen wurde man von hilfsbereiten Händen in gelbe Handtücher gewickelt, die immer vom gleichen Sponsor stammen. Da dies auf mehreren Veranstaltungen im Jahr passiert, besitzen Tobias und ich bereits eine stattliche Sammlung dieser sommerlichen Frotteeware.

Wieder war die Organisation bewundernswert. Gleich nach den kuscheligen Handtüchern gab es die aneinandergereihten Zelte. Im Ersten gab es warme und kalte Getränke, danach erfolgte die Taschenausgabe, dann kam das Dusch- und Ankleidezelt. Super durchdacht und praktisch.

Kaum waren wir aus der kleinen Zeltstadt raus, konnten wir das tolle Wetter genießen und uns in der Sonne aufwärmen. Dabei half auch die ausgeteilte Erbsensuppe. Zwar hatte ich diesmal um 13 Zehntel den dritten Platz verpasst, aber beide Herren konnte ich hinter mir lassen und das erfüllte mich mit Stolz.

Gemeinsam verbrachten wir in entspannter Runde die Zeit bis zur Siegerehrung. Schließlich wurden Tobias und ich noch für unseren MV-Allrounder mit ‚Gold‘ ausgezeichnet. Dafür gibt es immer neben der Urkunde ein kleines Präsent.

Mit unseren Schätzen beladen gönnten wir uns noch einen leckeren Eisbecher, bevor wir uns auf die Weiterfahrt nach Wismar machten. Da wegen schlechter Wasserqualität der Berliner Flussbad-Pokal auch an seinem zweiten Termin abgesagt wurde, hatte Tobias kurzfristig das Wismar-Buchtschwimmen für uns rausgesucht. Naja, ob man nun in seiner Heimatstadt 1.5 km oder noch einmal quer durch die Ostsee 3.5 km schwimmt, macht ja auch kaum einen Unterschied. Also ging unsere Freiwasserwettkampfreise weiter….

 

Angi