Greifswalder Boddenschwimmen

Ein Bericht von Angi

Nach unzähligen Absagen zu Freiwasserwettkämpfen erreichte uns endlich eine gute Nachricht: Das Greifswalder Boddenschiwmmen sollte stattfinden!

Die zurückgelegten Kilometer im Plötzensee und Liepnitzsee waren nicht umsonst, das Hygienekonzept war gut durchdacht und so bekam Greifswald die Freigabe.
Wir fragten uns eher, wie wir alle anderen Auflage erfüllen sollten. Schließlich durften zu dem Zeitpunkt noch keine Tagestouristen nach Mecklenburg-Vorpommern. Also planten wir eine Übernachtung in Neubrandenburg mit ein. Somit war es zum Start am Sonntag nicht mehr weit und wir mussten keine Angst vor Stau haben. Außerdem konnten wir etwas länger schlafen und mussten nicht um 4 Uhr in Berlin aus dem Bett fallen um pünktlich in Greifswald anzukommen.

So machten Tobias und ich uns am Samstagnachmittag entspannt auf den Weg und fuhren in die kleine aber feine Kreisstadt an der Mecklenburgischen Seenplatte. Wobei ich Neubrandenburg nicht zu nahetreten möchte, sie ist immerhin die drittgrößte Stadt des Bundeslandes. Die Stadtmauer ist teilweise gut erhalten oder sehr schön und realistisch wiederaufgebaut und restauriert worden. Den späten Nachmittag über bummelten wir durch die Altstadt und deckten uns mit Vorräten für den Abend und den nächsten Tag ein.

Nach einer entspannten Nacht machten wir uns auf den Weg nach Greifswald. Ohne dass sonst übliche Hafenfest lag die Stadt und der Hafen sehr friedlich vor uns. Ein ungewohntes aber schönes Bild. Das Gelände des Veranstalters DLRG Greifswald war weiträumig eingezäunt. Nur mit Masken durften wir zum Check-in und bekamen unsere Startunterlagen, Badekappe und Transponder. Dann wurden wir auf das Gelände gelassen, mit der Vorgabe, immer schön den geforderten Mindestabstand zu anderen zu behalten.

Da die Sonne schon um kurz nach 8 Uhr vom Himmel brannte und es sehr warm war, suchten wir uns eine Plätzchen im Schatten und trafen unsere Vorbereitungen für den Start um 10 Uhr. Badebekleidung zogen wir morgens gleich unter, dann hatte man den Stress nicht, sich in Zeitnot in die Klamotten reinzuschießen. Allerdings ließen sich die Veranstalter noch ein wenig Zeit und so hörten wir erst kurz vor 10 Uhr wie wir uns im Wasser zu verhalten haben.

Die Startnummern wurden genau in der Reihenfolge aufgerufen, wie der Start (im Abstand von 15 Sekunden) erfolgte. Überholen war nur mit Abstand erlaubt und wenn man im Zielbereich angekommen ist, durfte beim Laufen nicht mehr überholt werden. Die Schwimmer mit der schnellsten Meldezeit gingen als erstes ins Wasser, damit ein Überholen gar nicht erst notwendig wurde.

Tobias und ich waren ziemlich früh und gleich nacheinander an der Reihe. Es ging runter vom Steg und wieder war ich erstaunt über die geringe Wassertiefe von gerade einmal 30 cm. Es wurden erst ein paar Meter gerannt, bevor man sich dann in die Fluten stürzten konnte. Nach dem ersten Schreck vor dem Salzwasser, woran man mal wieder nicht gedacht hatte, ging es auch schon los. Ich peilte die erste Boje an. Aufgrund der Hygieneregeln war es auch dieses Jahr ein Rundkurs von nur 1,8 km. Unser Berliner Trainingskamerad von BSC Robben Gunnar Splittgerber ging erwartungsgemäß als erster durchs Ziel. Aber auch. Tobias und ich konnten mit unserer Leistung durchaus zufrieden sein. Tobias war insgesamt 12. bei den Herren und in seiner AK mit 39:35 min belegte er den 6. Platz. Bei den Damen konnte ich mit 38:06 min in der Gesamtwertung den 3. Platz und in meiner AK den 1. belegen.

Die Jahre zuvor bekam man nach dem Wettkampf immer ein Erbsensüppchen. Diesmal durfte dies zu Pandemiezeiten nicht sein. Wir gingen aber absolut nicht leer aus. Wir konnten uns nach Verlassen des Geländes auf Kosten der DLRG vom Eismann bedienen lassen. Der Kugelauswahl und -anzahl waren dabei keine Grenzen gesetzt. Bei den mittlerweile heißen Temperaturen, war es eine wahre Wohltat, sich über den Eisbecher hermachen zu können. Wir ließen uns unsere Belohnung für die kurze Anstrengung schmecken und schlenderten gemütlich zum Auto. Etwas müde aber glücklich machten wir uns auf den Heimweg. Im Gepäck hatten wir dieses Mal leider keine Medaillen, da auf eine Siegerehrung zugunsten der Startgenehmigung in der Pandemie verzichtet wurde.

Angi

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