Kallinchen, Motzener See

Kallinchen, Motzener See

4. September 2018 Wettkämpfe

Kallinchen, Motzener See

Wenn der gewohnte Schwimmbegleiter verhindert ist und man im September noch einmal ins Freiwasser möchte, dann muss die eigene Tochter herhalten.

So fuhren Jana und ich am 01.09. nach vielem hin und her, die Anreise gestaltet sich ohne eigenes KFZ schwierig, mit dem Regio bis Zossen und dann ging es zum Warmwerden mit dem Rad weiter. Lediglich 10 km rief Google-Maps auf und zeigte 32 min Fahrzeit an. Wenn man allerdings fußbedingt etwas gehandicapt ist, dann sind 10 km viel und die leicht hügelige Landschaft in der Brandenburger Seenlandschaft eine echte Herausforderung. 3 km vorm Ziel schickte uns das Navi über einen Waldweg, der aufgrund der Trockenheit aus 10 cm hohem Zuckersand bestand. Dann sollten wir links abbiegen, jedoch war der Weg durch ein mit einer massiven Kette verschlossenes Tor nicht erreichbar und wir hätten daneben weiter durch den sandigen Wald gemusst. Jana mit ihrem Rennrad und ich mit nur einem intakten Fuß wollten und konnten uns auf das Risiko nicht einlassen und fuhren wieder zurück zur asphaltierten Landstraße. Da war das Spiel mit den rasenden Autos ungefährlicher, wenn auch manchmal wirklich waghalsig. Wir waren aber beide mit Helmen ausgestattet und verhielten vorschriftsmäßig brav. Mit etwas Verzögerung gelangten wir ohne weitere Probleme zum Strandbad Kallinchen am Motzener See und trafen mit Manuela auf einen weiteren Delphin.

Ein Traum lag vor uns! So einen schönen See hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Kaum Algen, nur vorne am Steg ein paar wenige. Glasklares Wasser, trotz der langanhaltenden Hitze. Kleine Fische schwammen vorbei. Also falls mal jemand im Spätsommer oder im nächsten Jahr einen Ausflug plant, dann kann ich dieses Idyll nur empfehlen. Besonders bei einem Eintritt von 2,50 € für einen Erwachsenen ist das ein finanzierbarer Ausflug. Vor Ort gibt es abschließbare Schränke, Umkleiden, Duschen und WCs. Alles sehr sauber und gepflegt.

Die Temperaturen des Sees lagen bei 20 Grad und somit absolut akzeptabel für einen Wettkampf unter freiem Himmel. Die Sonne schien, nur gelegentlich kleinere Wolken am Himmel. Der Wettergott hatte es wirklich gut mit uns gemeint.

Entgegen der Ankündigungen in der Ausschreibung wurden Nachmeldungen nicht nur bis 10 Uhr, sondern bis 15 min vorm Start um 11 Uhr entgegengenommen. Trotz des super Wetters fanden in den Kinderwettkämpfen nur 4 Schwimmerinnen den Weg nach Kallinchen. Bei den Erwachsenen waren es schon einige mehr, im Vergleich zu anderen Freiwasserveranstaltungen jedoch wenige, mit ca. 50 Teilnehmern. Somit gestaltete sich der Start auch sehr human und nicht so chaotisch, wie bei manch anderen freien Starts. Ein kurzer Sprung ins knietiefe Wasser und schon schwammen wir uns schnell warm. Jana hatte ich noch kurz weit vor mir im Blick gehabt, allerdings paddelte sie weit rechts vom Kurs ab. Das gerade schwimmen müssen wir noch üben! Es ist so viel einfacher, wenn man in der Halle gespannte Leinen neben sich hat, an denen man sich orientieren kann. Irgendwann sah ich sie nicht mehr und vertraute auf ihre Augen, die hoffentlich die erste von den drei gelben Bojen erfasst hatten. Der Weg zur ersten Boje zog sich ein wenig, die zweite und dritte folgten dann jedoch zügig. Der Rückweg zum Strandbad ließ viel Zeit immer mal wieder beim Atmen in den blauen Himmel zu schauen. Auch ein tief über das Wasser fliegender Vogel fühlte sich durch uns Krauler nicht gestört. Ein ums andere Mal wünschte ich mir eine Kamera um schnell mal ein tolles Foto machen zu können. Aber eines geht nur: entweder WK schwimmen oder das passende Fotomotiv suchen. Das Strandbad schien nicht näher kommen zu wollen und irgendwie dachte ich so langsam, vielleicht bin ich doch zu forsch angegangen um das Tempo halten zu können. Aber das erwies sich als ein Irrtum, da ich sogar noch einen kleinen Schlussspurt hinlegen konnte. An Land gestolpert sah ich auch schon Jana auf mich warten.

Die Veranstalter kümmerten sich wie schon zuvor rührend um uns. Warme wie kalten Getränke standen uns zur freien Verfügung. Ebenso durften wir uns am reichhaltigen Kuchenbuffet bedienen. Wer langsam Hunger auf etwas Herzhaftes hatte, konnte sich gegen einen kleinen Obolus eine Wurst oder Boulette vom Grill holen.

Nachdem alle knurrenden Mägen ruhiggestellt waren, begann auch umgehend die Siegerehrung.

Jana wurde bei ihrem ersten Freiwasserwettkampf 2. in ihrer Altersklasse und ich konnte in meiner AK den 3. Platz erringen. Ich für meinen Teil war stolz wie ein kleines Entenküken, was gerade fliegen gelernt hat, obwohl es beileibe nicht mein erster WK war.

 

Glücklich und zufrieden genossen wir noch ein klein wenig die wärmende Sonne. Dann machten wir uns mit unseren Rädern auf den Weg zum Bahnhof in Zossen. Diesmal fuhren wir gleich über die Landstraße. Allerdings hatten wir das Schwimmen in den Beinen und gefühlt war der Rückweg doppelt so lang wie der Hinweg. Aber ich glaube, dass ist irgendwie immer so.

Als wir in der Bahn saßen, mussten wir aufpassen, dass uns nicht sofort die Augen zufielen. Unser kleiner Duathlon und dann noch so viel frische Luft, lässt den tapfersten Krieger mit der Müdigkeit kämpfen.

Zumindest haben wir mit Jana eine neue Freiwasserschwimmerin gefunden, die bestimmt an dem einen oder anderen Event teilnimmt. Wer sich noch berufen fühlt, bei jedem Wetter ins Nass zu hüpfen ohne schützendes Hallendach, der kann uns gerne einmal ansprechen. Fürs nächste Jahr stehen bei uns schon einige Termine fest.

 

Angi