Müritzman

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21. August 2019 Wettkämpfe 0

Waren – Müritzman 03.08.2019

Was am 01.08.2015 mit der einfachen Müritzquerung über 1950 Metern begann, war der Start einer langen Reihe von Freiwasserwettkämpfen, die dieses Jahr ein ungeahntes Ausmaß annahmen.

Unser Programm 2019 in der Übersicht:

16.06.              Flussbad Pokal            Berlin                          1,5 km verlegt auf den 25.08.

13.07.              WarnowschwimmenRostock                       2,2 km

21.07.              Boddenschwimmen  Greifswald                 3,2 km

27.07.              Ostseeschwimmen   Binz                             2,5 km ausgefallen Unwetter

28.07.              Seeschwimmen         Kummerow                2,5 km

03.08.              Müritzman                Waren                        3,9 km

10.08.              Freundschaftsinsel    Potsdam                     1,7 km

11.08.              Schlossschwimmen   Schwerin                     2,0 km

17.08.              NDM Freiwasser        Hamburg                    2,5 km

18.08.              Müggelsee                 Berlin                            3,5 km

24.08.              Vilmschwimmen       Lauterbach/Rügen     2,5 km

31.08.              Motzener See             Kallinchen                    1,6 km

 

Macht zusammengerechnet 27,1 Kilometer

 

Doch warum das Ganze? Zum einen trainieren wir für die Norddeutschen Freiwasser Meisterschaften am 17.08. in Hamburg, zum anderen wollen wir beim sogenannten MV-Allrounder an mindestens 5 Veranstaltungen teilnehmen.

Der MV-Allrounder ist eine Freiwasser Serie in Mecklenburg-Vorpommern. Im Norden liegende Wettkampfausrichter haben sich dafür beworben und wurden in den Allrounder-Cup aufgenommen. Ursprünglich stammen die Veranstaltungen alle aus MV. Seit 2018 gehört das Berliner Müggelseeschwimmen auch dazu, kommt aber wegen der späten Ausrichtung erst in die Wertung des Folgejahres. Die Ehrung der MV-Allrounder findet jährlich beim Vilmschwimmen auf Rügen statt. Bis dahin sammelt man bei jedem Openwater Wettkampf des MV-Cups seine Stempel für die Teilnahme. Insgesamt sind es 9 Wettkämpfe im Freiwasser, von denen man an 3 für Bronze, 4 für Silber und 5 für Gold teilgenommen haben muss.

2018 haben wir den Bronzestatus erreicht, 2019 haben wir direkt Silber übersprungen und streben Gold an. Die ersten Anmeldungen haben wir bereits im Januar erledigt, da für einige Veranstaltungen die Startplätze streng limitiert sind. Es gibt jedoch auch Wettkämpfe, die wir bei unserer Anmeldung außen vorlassen, da dort das Hauen und Treten aufgrund extrem hoher Teilnehmerzahlen für uns nicht akzeptabel ist. Wir möchten immer mit Spaß am Sport teilnehmen und keine ernsthaften Verletzungen davontragen oder mehrere Hundert Euro für teure Neoprenanzüge ausgeben, damit wir vielleicht 10 Sekunden schneller sind. Wir setzen auf natürliches Biophren (selbst angefutterte Speckschicht) und geben immer unser Bestes.

Im letzten Jahr fanden wir es schrecklich, mit ca. 760 Teilnehmern gleichzeitig bei der Müritzquerung zu starten und so entschlossen wir uns bereits damals, 2019 die doppelte Strecke zu absolvieren, bei der die Teilnehmerzahl auf 120 Schwimmer begrenzt ist. Das hieß in unserem Fall aber auch, schnell sein bei der Anmeldung und was noch viel wichtiger ist: 3,9 km mindestens am Stück schwimmen, da eine Ideallinie im Freiwasser so gut wie nie vorkommt.

Hört sich erst einmal gar nicht so schlimm an, aber wer schon einmal im See seine Runden gedreht hat und das länger als eine Stunde, ohne sich zwischendurch irgendwo festzuhalten, der weiß ungefähr, was einen erwartet. Tobias und ich waren bei der Anmeldung jedoch guter Dinge. Wie sich später herausstellte, wollte der Veranstalter eine Teilnehmerzahl von 1000 Schwimmern erreichen. Für mich persönlich verantwortungslos und gefährlich, aber gut. Dieses Jahr starteten immerhin 780 Sportler bei der einfachen Querung. Ich hoffe wie immer, dass alles gut geht und kein Teilnehmer mit zu viel Ehrgeiz an die Sache herangeht und man gegenseitig Rücksicht aufeinander nimmt.

Für die Anreise hatten wir uns eine Zugverbindung herausgesucht, die gegen 8 Uhr morgens in Waren halten sollte. Nur hatten wir unsere Rechnung ohne die Deutschen Bahn gemacht. Denn als es an die Buchung ging, hatte die Bahn diese Verbindung einfach gestrichen und der nächste wäre für uns zu spät gewesen. Letztendlich blieb uns nur die Anreise mit dem eigenen Auto.
Dieses Jahr hatten wir besonderes Glück, denn Sabrina, eine Freundin und ehemalige Mitschwimmerin bot uns an, bereits am Vortag anzureisen und in ihrem Ferienhaus auf der anderen Müritzseite zu übernachten. Das gefiel uns natürlich super, da wir nicht um 4 Uhr morgens aufstehen mussten um pünktlich in Waren am Start zu sein.

Abendliche Stimmung an der Müritz

Gesagt, getan und so trafen wir uns entspannt gegen 19 Uhr am Freitagabend und fuhren an die Müritz. Am nächsten Morgen gab es statt eines Frühstücks nur einen kleinen Snack bevor wir in aller Ruhe unsere Startunterlagen holten und mal wieder mit dem dicken Filzer markiert wurden. In unserem Startbeutel war neben dem Transponder und der Badekappe noch das Veranstaltungsshirt. Aufgrund des 50-jährigen Bestehens der Veranstaltung in Form eines weißen Polohemdes. Bei 40 € Startgeld immerhin etwas.

Zum Glück hatte der ansässige Edeka bereits seinen Obststand aufgebaut und so konnte ich noch eine Banane ergattern. Im Nachhinein hätte ich lieber zwei oder drei nehmen sollen…

Wir Müritzman-Starter (so nennt man die Doppelquerer) gingen pünktlich um 9 Uhr im Strandbad Waren an den Start. Auch hier mussten wir die ersten Meter rennen, bevor es ans Schwimmen ging. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl gab es kein Gerangel und man war auf dem größten Teil der Strecke alleine im Wasser. Der einzige Gedanke zu Beginn war, die Wendeboje zu erreichen, bevor die tosenden Massen von Gegenüber ins Wasser gelassen wurden. Wir mussten eine lange Gerade von Waren nach Ecktannen schwimmen, anschließend eine kleine Schleife um zwei gelbe Bojen nehmen und nach dem Passieren einer roten und grünen Boje vor Ecktannnen, dem Punkt wo die einfachen Müritzquerer starteten, uns wieder entspannt auf den Rückweg machen.

Doch so entspannt lief es nur bei Tobias, bei mir eher nicht. Nach ungefähr 1 km drückte die Brille. Sehr unangenehm, doch ich bin einfach weitergeschwommen. Bei km 1,5 dachte ich, sie wächst mir langsam ins Auge. Bei km 2 versuchte ich sie neu zu richten, mit mäßigem Erfolg. Bei km 2,5 wurde mir aufgrund der schwimmerischen Anstrengung und meines unüblichen spartanischen Frühstücks auch noch schlecht. Aufgeben war aber keine Option. Die Kraft war vorhanden und so zog ich etwas unmotiviert meine Bahn. Als das Ziel in Sichtweite war, wurde mir klar, dass meine Beine zwischenzeitlich so verkrampft waren, dass ich nicht ohne Probleme an Land gehen konnte. Also schwamm ich bis zum Zeitmessgerät, welches bei einer Wassertiefe von knapp 50 cm auch noch 50 cm über dem Wasserspiegel angebracht war. Also machte ich einen gaaaanz langen Arm, bis das erlösende Piepen kam. Nun lag ich dort wie ein gestrandeter Wal und musste meinen Beinen begreiflich machen, dass wir entweder im Nassen liegen bleiben oder uns zusammenreißen müssen um an Land zu kommen. Es sah wohl weniger elegant aus, aber der Überlebensinstinkt trieb mich ans Ufer.

Nur 2 ½ Minuten nach mir flitzte Tobias durchs Ziel. Ihm schien die lange Strecke gar nichts ausgemacht zu haben und er äußerte sich nur positiv über das Event. Somit stand also fest: ich war die Memme und er in seinem Element. Wer sonst Marathon läuft, wie Tobias, der kommt mit kurzen Distanzen halt einfach nicht klar ;D

Ein schneller Blick auf den Monitor mit den Ergebnissen und es stand fest, Tobias musste schon wieder auf mich warten, bis ich mit meiner Siegerehrung fertig war. Ich wurde in meiner AK Dritte und durfte somit aufs Podest. Ich strahlte mit den anderen Platzierten um die Wette.

Nachdem wir uns von unseren bekannten Mitstreitern verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg…. nein, diesmal nicht nach Hause. Wir fuhren noch hoch an die polnische Ostsee um völlig entspannt einen sonntäglichen Strandtag einzulegen. Wir brauchten etwas Entspannung, bevor wir am nächsten Wochenende gleich wieder zwei Events mitnehmen wollten. Dieses Mal standen Potsdam und Schwerin auf dem Plan.

Angi