MV Allrounder Teil 1

MV Allrounder Teil 1

26. August 2018 Wettkämpfe 0

MV Allrounder Teil 1

 

Einmal Freiwasser, immer Freiwasser?

 

Naja, nicht ganz. Aber wenn man einmal Blut, also Freiwasser, geleckt hat, dann kommt man so schnell auch nicht mehr davon los.

 

Mit Tobias habe ich vor 4 Jahren den Grundstein für diese Sucht in Waren an der Müritz gelegt. Seitdem lässt uns diese Sehnsucht nach Freiwasser nicht mehr los. Ganz im Gegenteil. Wir erweitern unser Repertoire Jahr für Jahr. Nachdem wir letztes Jahr mitbekommen haben, dass zwei der von uns besuchten Veranstaltungen zum sogenannten MV (Mecklenburg-Vorpommern) Allrounder gehören und man eine Medaille bekommt, wenn man an mindestens 3 von den 7 Veranstaltungen teilnimmt, haben wir uns für 2018 Jahr vorgenommen, dieses Ziel zu erreichen.

Wir starteten unsere Serie am 15. Juli beim Greifswalder Boddenschwimmen. Natürlich war es auch gleich das längste Rennen von der Strecke her. Wenn man schon vergnügungssüchtig ist, dann richtig. Wir reisten am Samstag per Bus und Bahn an, suchten unser Hotel und begaben uns dann Richtung Hafen. Im größten Getümmel des Greifswalder Hafenfestes lag, vorbei an Ständen mit Räucherfisch, Eis und Glücksspielautomaten (?), der für Sonntag avisierte Startpunkt. Wir schauten uns bei schönstem Wetter um und erkundeten schon einmal für den Wettkampftag die Umgebung. Die von uns am Samstag auserkorene Strecke war nicht die, die uns am Sonntag präsentiert wurde. Aber am Vortag dachten wir noch so: Ach, 2,6 km haben wir uns länger vorgestellt. Unser Irrtum wurde uns dann allerdings erst am nächsten Tag bewusst. Beruhigt durch unser falsches Wissen bummelten wir völlig entspannt über das Hafenfest. Am nächsten Morgen machten wir uns voll motiviert und mit allen Habseligkeiten bepackt auf den Weg zum Start. Nun erkannten wir auch unseren Fehler bezüglich der Streckenführung. Der Weg ist das Ziel sollte unser Motto für den Tag werden. Ein wenig erstaunt darüber, dass wir der mit Bojen ausgezeichneten Strecke mit den Augen nicht bis zum Startpunkt folgen konnten aufgrund der Länge, machten wir uns daran, unsere Startnummern abzuholen, uns den ersten Stempel in das Allrounder-Heftchen drücken zu lassen und uns für die Überfahrt zu wappnen. Da das zuvor angekündigte Fährschiff wegen Niedrigwasser nicht übersetzen konnte, wurden spontan Boote des THW und Marineschnellboote eingesetzt. Wer einmal auf so einem Schnellboot mit 45 Knoten (entspricht ca. 84 km/h) übers Wasser geflogen ist, möchte sich am Liebsten nie wieder anders fortbewegen. Gefühlt schneller als der Schall erreichten wir den Startpunkt. Dort warteten wir auf alle Teilnehmer. Voll mit Adrenalin von der rasanten Fahrt, planten wir noch kurz, dass Vilmschwimmen spontan in unser Programm aufzunehmen und buchten es sofort.

Die Zeit bis zum Start verbrachten wir mit dem Suchen bekannter Gesichter. Davon gab es so einige. Stark vertreten war Ostring, die bei all unseren Freiwasserwettkämpfen bisher am Start waren. Aber auch von anderen Berliner Vereinen konnte man den einen oder anderen erblicken.

Die Startzeit rückte näher und wir bekamen unsere letzten Anweisungen zum Verhalten und über den Wettkampf. Wegen Untiefen musste die Strecke von 2,6 km auf 2,8 km verlängert werden. Die erste Wendeboje war mit einem riesigen aufblasbaren Einhorn markiert. Das Wasser war warm, die Wellen erträglich und beim Ankommen sollte man seinen Transponder brav zur Zeiterfassung gegen das Brettchen drücken.

 

Auf die Plätze, fertig, los…….

Auf ging es in die kühle Ostsee. Tobias stürzte sich in die Fluten und stellte fest, dass man eine Schwimmbrille auch über die Augen setzen muss, damit sie ihren Zweck erfüllt.

Gefühlt die ersten 300 m schluckte ich bei jedem zweiten Atemzug mehr oder weniger frisches Ostseewasser. Danach war ich satt und hatte mich an den Wellengang gewöhnt. Ich wartete nur noch auf die Wendeboje. Am Anfang gelang es uns auch noch, nebeneinander zu schwimmen, dann kurze Zeit hintereinander. Allerdings war es dann schwer bei Wellen und Mitstreitern sich nicht aus den Augen zu verlieren und jeder kämpfte für sich alleine. Und dieses blöde Einhorn war immer noch nicht in Sicht. Also weiter über den Bodden. Immer wieder den Kopf hoch und Ausschau halten nach diesem dusseligen Einhorn. Wann kommt dieses voll fette Vieh endlich? Als es nach gefühlt 2 km endlich in Sicht kam, war die Erleichterung groß. Kurze Linkskurve und jetzt ging es mit den Wellen und somit eine erneute Chance um die Eingeweide mit Salzwasser zu spülen, die ich natürlich nutzte. Nur hatte ich den Bogen diesmal schneller raus. Bis zur nächsten Wendeboje hatte man auch mal Zeit nach rechts und links zu schauen. Etwas verunsichert war ich, als eine Schwimmerin an meiner linken Seite immer weiter nach links wegschwamm. Kurzer Blick zur nächsten Boje, ich war noch auf dem richtigen Kurs. Also wollte sie wohl einen Umweg schwimmen? Nach der nächsten Rechtskurve ging es dann Richtung Greifswalder Hafen. Das Riesenrad vom Hafenfest kam in Sicht und mit jedem Aufblicken hoffte man, es wäre ein wenig näher gerückt. Das dauerte aber etwas. Auch kamen die Wellen nun wieder von der Seite. Diesmal wussten wir jedoch damit umzugehen. Vom Ausblick auf ein baldiges Ziel erneut angestachelt kamen einem die letzten hunderte Meter gar nicht mehr soooo lang vor. Ab der Mole konnte man sich an einer Leine orientieren, die trichterförmig alle Schwimmer zum Ziel schleuste. Noch kurz über die herumschwimmenden Algen hinwegsehen, schön das Ärmchen strecken und an der Zieltafel anschlagen. Schon durfte man über eine Leiter auf den Kai und bekam sofort vom Veranstalter ein leuchtend gelbes Handtuch vom Boddenschwimmen 2018 umgelegt.

Da ich vermutete, dass Tobias noch ein wenig unterwegs war, suchte ich schon einmal unsere Taschen und platzierte uns an einem der Biergartentische in der prallen Sonne. Nachdem wir wieder vereint waren, strahlten wir beide stolz über unsere vollbrachte Leistung und freuten uns über dieses tolle Event. Nun stärkten wir uns mit den dargereichten Nudeln und gönnten uns im Anschluss noch ein Eis.

Wir verabschiedeten uns von unseren Berliner Mitstreitern und schlenderten über das gewöhnungsbedürftige Hafenfest Richtung Bus, welcher uns in die Stadt brachte. Da wir noch Zeit hatten bis zur Abfahrt des Zuges, liefen wir schwer bepackt mit unseren Schwimmrucksäcken durch die Altstadt, gönnten uns einen Eiskaffee und verbrachten so noch angenehme Minuten in Greifswald. Kaum im Zug übermannte uns eine bleierne Müdigkeit. Nach 3 stündiger Fahrt spuckte uns der Wagon wieder in der Hauptstadt aus und ein sportliches WE ging zu Ende.

Dies war nur der erste Teil unseres MV-Allrounders. Der zweite folgt in Kürze.

 

Angi