MV Allrounder Teil 3

MV Allrounder Teil 3

3. September 2018 Wettkämpfe

MV Allrounder Teil 3

 

Am 04.08.2018 war es endlich so weit, wir konnten zum Müritzschwimmen nach Waren, unserer dritten Etappe beim MV Allrounder.

Die Anreise gestaltete sich etwas schwierig. Ich war nach Rostock direkt nach Ahlbeck auf Usedom aufgebrochen um 75 Kinder zu beaufsichtigen. Es stellte sich die Frage, ob ich einen Tag zuvor nach Berlin fahre und dann mit der Vorjahrestruppe gemeinsam anreise oder ob sich noch eine andere Möglichkeit auftat. Als die Neuköllner dann kurzfristig beschlossen mit eigenem PKW anzureisen, blieb mir nur Plan B. Eine Freundin (und treue Begleiterin der Vorjahre nach Waren holte mich auf Usedom ab. Bereits am Freitag kam sie nach Ahlbeck und verbrachte mit der ganzen Truppe noch einen entspannten Tag an der Ostsee. Samstag klingelte unser Wecker um 5 Uhr morgens und wir machten uns fast wach auf den Weg an die Müritz. Bei schönstem Sonnenaufgang konnten wir uns unterwegs an der tollen Landschaft satt sehen. Sehr pünktlich erreichten wir Waren und konnten uns in aller Ruhe noch um unser leibliches Wohl kümmern. Nach einem starken Kaffee und einem belegten Brötchen war ich auch wieder motiviert, mich ins Wasser zu begeben.

Am Bahnhof in Waren sammelten wir Tobias ein, der mit dem ICE (ja, der hält wirklich in der Weltstadt Waren) alleine aus Berlin anreiste. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Start. Der Campingplatz Seebad Ecktannen war wie immer der Ausgangspunkt unserer schwimmerischen Etappe. Dort trudelten auch so nach und nach unsere Neuköllner Mitstreiter ein.

Mit ausreichend Zeit bis zum Start holten wir entspannt unsere Startunterlagen ab. In Waren gibt es zur Anmeldung auch immer ein T-Shirt mit dazu. Dieses Jahr waren diese weiß mit orangem Schriftzug. Jeder Teilnehmer bekam seine Startnummer auf beide Oberarme gemalt. Selbige stand auch auf der Badekappe, die zu tragen Pflicht bei allen Freiwasserveranstaltungen ist.

Die Starteinweisungen waren dieselben wie jedes Jahr, mit einer Ausnahme. Wir wurden eindringlich darauf hingewiesen, dass wir sofort nach Verlassen des Wassers uns kräftig abrubbeln sollten um die Tierchen loszuwerden, die sich beim Schwimmen in unsere Haut bohren, aber gaaaaanz ungefährlich sind, weil sie sofort dabei sterben und nur kleine mückenstichähnliche Pusteln hinterlassen. Na das waren ja tolle Neuigkeiten! Es gab kurz die Überlegung, ob wir das wirklich wollten. Aber da wir angemeldet waren und nicht wenig Geld für die Startgebühr bezahlt hatten, wollten wir uns jetzt nicht drücken.

Dieses Jahr war das Wasser der Müritz so warm, dass wir bereits 10 Minuten vor dem Start langsam ins nicht wirklich kühle Nass stiegen. Angeheizt von der Musik legten wir noch ein Tänzchen hin, welches auf dem offiziellen Müritz-Video sogar zu sehen ist.

Unser Start wurde um 15 Minuten nach hinten verlegt, damit wir nicht ins Wasser gingen, wenn die Schwimmer vom Müritzman gerade in Ecktannen wendeten.

Leider nimmt die Teilnehmerzahl in Waren bei der einfachen Querung immer mehr zu. Der Müritzman über 3,8 km, also der doppelten Strecke, ist limitiert auf 120 Teilnehmer. Bei der einfachen Müritzquerung gingen dieses Jahr 760 Schwimmer gleichzeitig an den Start. Es gab dann immer schon vor dem Startsignal ein Hauen und Stechen um die beste Ausgangsposition und nach dem Startsignal brodelte das Wasser. Ohne Rücksicht wurde versucht so schnell wie möglich nach vorne zu kommen. Diesmal kam es sogar zu einem Frühstart von ca. 50 Schwimmern. Leider war der Veranstalter nicht in der Lage, diese Teilnehmer zurückzuholen, da sich nur ein Kanu im Startbereich im Wasser befand. Auch fand ich es wieder faszinierend, dass die vordersten Reihen von renitenten Brustschwimmern belagert wurde, die mit einer Grätsche schwimmen, die einem Spagat sehr nahekommt. Diese Sportler hieß es dann zu überholen ohne dass man sich bleibende Schäden durch austretende Beine mit angespitzten Fußnägeln einfing. Aus meiner Sicht müsste entweder die Teilnehmerzahl begrenzt werden oder der Start in kleineren Gruppen erfolgen.

Ungünstig war auch dieses Jahr die Farbe der 500 m und 1500 m Boje gewählt. Bundeswehrtarngrün ist als Schwimmer mit dem Kopf knapp über der Wasseroberfläche super schlecht zu erkennen. Aber da wir die Strecke ja kannten und der Masse folgen konnten, gelangten wir alle unbeschadet ins Ziel. Ab der Mitte des Sees hatte ich diesmal Probleme das Tempo von Tobias zu halten. Ich kämpfte eine gefühlte Ewigkeit, musste dann aber letztendlich klein beigeben und ihn ziehen lassen. Somit war er ca. 10 Sekunden vor mir im Ziel. Ich gönnte es ihm von Herzen, aber an meiner Schwimmerehre kratzte das schon ein wenig.

Nächstes Jahr schwimmen wir aufgrund der kleineren Teilnehmerzahl die doppelte Distanz und dann gibt es eine Revanche!

Sofort nachdem wir im Freibad durchs Ziel waren und den Strand hochstolperten, flitzten wir zur Dusche um etwaige überlebende Tiere loszuwerden. Etwas entspannter und beruhigter warteten wir auf unsere letzte Schwimmerin, suchten unsere sieben Sachen zusammen, nahmen noch zwei Becherchen heißen Zitronentee zu uns und begaben uns zum Sammelplatz unserer kleinen Gruppe. Dort ging dann ungehindert das große Fressen los. Jeder hatte etwas anderes dabei. Brötchen der eine, Kekse der andere, Brezeln der nächste. So tauschten wir Leckereien aus und füllten unsere Mägen. Auf die Siegerehrung mussten Tobias und ich nicht warten, dafür waren wir einfach zu langsam. Da die Neuköllner mit eigenen Wagen angereist waren, trennten sich unsere Wege und wir begaben uns gemächlich und ohne Hetze auf den Heimweg.

Da Tobias im Anschluss verreiste, machte ich mich alleine auf die Suche nach dem nächsten Freiwasserwettkampf. Leider kam mir dann eine Treppenstufe in den Weg und so fiel für mich das Müggelseeschwimmen mit 3,5 km flach. Aber fürs nächste Jahr habe ich es mir fest vorgenommen.

Unsere nächste Etappe führte uns nach Rügen. Aber davon mehr im 4. Teil des Allrounders.

Angi