MV Allrounder Teil 4

MV Allrounder Teil 4

24. September 2018 Wettkämpfe

MV Allrounder Teil 4

Die vierte Station auf dem Weg zu Silber beim Allrounder führte uns nach Rügen. Tobias und ich wollten am 25.08. beim Vilmschwimmen teilnehmen. Dieses findet jährlich in Lauterbach auf Rügen statt. Die Schwimmer werden per Fähre auf die Insel Vilm vor Rügen gebracht und müssen über 2,5 km freies Wasser der Ostsee zurück nach Rügen schwimmen.

Unsere Anreise erfolgte am Vortag per PKW von Berlin nach Bergen. Ohne größere Schwierigkeiten rollten wir durch viele Baustellen auf die Insel. Im Hotel angekommen hielten wir uns nicht lange auf. Wir wollten noch ein wenig den Ort ansehen und da gab es ja noch die Rodelbahn. Ja, richtig gelesen. Die Rodelbahn. Da wir das Kind in uns noch nicht erwachsen bekommen haben, freuten wir uns auf das Vergnügen. Und das wurde es auch. Bei bestem Wetter ließen wir uns den Wind um die Nase wehen und sausten die Sommerrodelbahn auf Schienen runter. Also falls mal einer von euch auf die Insel kommt, dann müsst ihr das unbedingt mal probieren. Es ist nicht nur ein Spaß für die Kinder.

Am nächsten Morgen ging es ganz früh Richtung Hafen in Lauterbach. Von einem Insider wurde uns berichtet, dass ab 8 Uhr bei der Anmeldung sehr viel los sei und so wollten wir dem Ansturm zuvorkommen. Dies gelang uns auch sehr gut. Um kurz vor 8 hatten wir alle Unterlagen zusammen und überlegten noch kurz, ob wir uns mit einem Restube ausstatten sollten. Ein Restube ist eine selbstaufblasende Sicherheits- und Rettungsboje, die wir vor 3 Jahren in Waren an der Müritz kennengelernt hatten. Man legt ihn wie einen Gürtel um die Taille und im Notfall zieht man eine Reißleine. Dann entfaltet sich eine Boje. Daran kann man sich festhalten und wird von den Rettungskräften sofort gesehen.

Da das Wasser ziemlich ruhig aussah entschieden wir uns gegen einen Restube.

Wir liefen die Hafenmauer bis zur Spitze und schauten ein wenig bei den Aufbauten des THW zu. Es lief alles sehr professionell ab und viele Helfer errichteten gut organisiert ein ganzes Viertel für die Veranstaltung.

Einer der Helfer teilte uns auf Nachfrage mit, dass das Wasser gute 22 Grad hat und so waren wir ein wenig beruhigt, was die Kälte betraf. Wir schlenderten weiter über das Gelände und es kamen immer mehr schwimmwillige. Dann trafen wir auf unseren Insider. Thomas Beyer, Fachwart Schwimmen des BSV, wohnt seit einiger Zeit auf der Insel und hatte mir vor einer Weile das Vilmschwimmen nahegelegt. Er nahm daran schon sehr oft teil und konnte all unsere Fragen beantworten.

Gemeinsam bestiegen wir die Fähre und setzten über nach Vilm. Dort angekommen hatten wir noch über eine Stunde Zeit und Thomas zeigte uns etwas von der Insel. Sie liegt vor der Südküste Rügens, gehört zu der Stadt Putbus und steht seit 1936 unter Naturschutz. Seit 1990 gehört sie zum Biosphärenreservat.

Um uns die Zeit zu vertreiben liefen wir den einzigen Wanderweg entlang und waren nach kurzer Zeit einmal rum. Dann setzten wir uns in die Sonne und warteten auf den Start. Immer mehr Schwimmer setzten über und in unseren Augen hatten fast alle einen Restube um. Langsam wurden wir unruhig, ob es heute vielleicht Pflicht sein könnte, einen zu tragen. Wir lasen noch einmal kurz die Ausschreibung und fanden keinen Hinweis darauf. Etwas beruhigt gingen wir zum Startpunkt, zogen die wärmende Bekleidung aus, froren im Wind und gaben unsere Rucksäcke ab. Auf einmal waren es nur noch 3 Minuten bis zum Start und wir begaben uns sehr zügig zum Wasser. Mit einem beherzten Sprung ging es hinein und ich strafte den THW Helfer Lügen, der behauptet hatte, es wären 22 Grad Wassertemperatur. Das erste Mal für diesen Sommer war es sehr kalt. Aber da der Start sehr schnell erfolgte, blieb keine Zeit, sich darüber zu wundern. Kaum hatten wir die schützenden Felsen der Insel verlassen, hatte jemand die Heizung des Wassers hochgedreht. Kaum zu glauben, aber die Ostsee war wirklich angenehm temperiert.

Wie im Vorfeld besprochen, blieben Tobias und ich über die gesamte Strecke beisammen. Das war bei der Strömung absolut nicht einfach. Über die gesamte Strecke mussten man die Wellen von links ertragen und wurde durch Wellen und Strömung nach rechts vom Kurs abgebracht. Aber durch permanentes Entgegensteuern gelang es uns eine sehr gerade Linie zu schwimmen und zügig ins Ziel zu kommen. Ein wenig beschwerlich war es, in Lauterbach am Hafen angekommen, die Treppe hochzukommen, aber dank starker Helfer, war auch diese Hürde schnell genommen. Oben angekommen wurde am Transponder sofort die Zeit abgelesen und dieser uns dann abgenommen. Danach bekamen wir alle von ganz vielen fleißigen Bienchen ein gelbes Handtuch vom Sponsor umgelegt. Da der Wind noch sehr frisch war, ein willkommenes Geschenk. Thomas der, für seine AK verdammt schnelle alte Hase, wartete bereits im Ziel auf uns. Respekt Herr Beyer, starke Leistung.

Im Anschluss wurden wir durch eine sehr gut durchdachte Gasse geführt. Im ersten Zelt gab es heißen Tee oder Kaffee, dann gab es die Säcke mit unseren Habseligkeiten. Es folgte das Ankleidezelt und dahinter richtig warme Duschen. Das war eine Wohltat! Heißer Tee von innen und warmes sauberes Wasser von außen. Nun konnten wir uns wieder in unsere Straßenkluft werfen.

Da wir nun alle wieder vereint waren, ließen wir uns die Erbsensuppe schmecken. Zur Belohnung für unsere sportliche Aktivität gönnten wir uns einen leckeren Eisbecher und schmiedeten Pläne für unsere Freiwasseraktivitäten 2019. Gemeinsam mit unserem Fachwart werden wir an dem einen oder anderen Allrounder teilnehmen.

Nachdem alle im Ziel waren und durch leckeres Essen gestärkt, begann die Siegerehrung. Leider konnten wir alle in unserer AK keinen Preis gewinnen, aber zumindest wurden Tobias und ich mit einer Urkunde und Tasse ausgezeichnet, da wir als Silber-Allrounder an 4 Rennen in Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen hatten. Mal sehen, was wir nächstes Jahr reißen können….

 

Wir ließen den Tag ruhig in Binz ausklingen und fielen erschöpft am Abend in unsere Betten. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es wieder zurück auf die Straße Richtung Berlin. Unserem Insider folgend verließen wir die Insel über die Autofähre. Das war ein sehr schöner Abschluss für ein sportliches WE.

 

Damit endete auch unsere MV Serie und wir müssen uns bis 2019 gedulden, bevor wir eine neue Allrounder Teilnahme in Angriff nehmen können.

Wer gerne dabei sein möchte, sprecht uns an einem der Trainingstage einfach an.

 

Angi