Saisonabschluss in Kallinchen

Saisonabschluss in Kallinchen

27. September 2019 Wettkämpfe 0

Saisonabschluss in der Zossener Heide

Am letzten Tag im August machte ich mich mit meiner Tochter Jana auf den Weg zum Motzener See, nahe Zossen, um dort als Saisonabschluss das Schwimmen des LSV Delphin 1990 e.V. über 1,6 km zu absolvieren. Schon im letzten Jahr hatte Jana mich dorthin begleitet. Das Schwimmen im Motzener See ist auch irgendwie immer etwas Besonderes. Das liegt an mehreren Gegebenheiten, z.B. die Nähe zu Berlin oder weil der See so sauber ist oder weil es das bisher einzige Freiwasserevent ist, zu dem meine Tochter mitkommt oder weil es eine relativ kleine Veranstaltung ist oder weil es sich hierbei um das letzte Rennen der Saison handelt.

Nach über 30 km im offenen Wasser diesen Sommer hatte ich nun auch irgendwann die Nase voll vom Freiwasserwettkampf. So schön es auch jedes Mal ist in der freien Natur zu schwimmen, so sind die Gegebenheiten selten so sauber wie wir es aus der Schwimmhalle kennen. Ob Quallen und Tang im offenen Meer oder Algen und anderes Getier in unseren innerdeutschen Seen, es ist immer eine Überwindung ins Wasser zu springen. Die gepflegten 26 Grad im Chlorwasser sind nicht vergleichbar mit 20 Grad an der frischen Luft. Sicherlich ist es immer wieder toll Wildvögel zu beobachten (Graureiher sind echt riesig, wenn sie lautlos über dem Kopf des Schwimmers knapp über der Wasseroberfläche schweben), beim Schwimmen die Landschaft zu genießen und das doch etwas andere Feeling einer Freiwasserveranstaltung in sich aufzunehmen. Aber wenn die Saison beendet ist, freut man sich doch wieder ein wenig mehr über Chlorwasser und Wände zum Abstoßen.

Wir reisten, wie schon letztes Jahr, mit Bahn und Rad an und gelangten pünktlich um 9:30 Uhr an unser Ziel im Freibad Kallinchen. An diesem Spätsommertag war das Wetter so gut, dass das Freibad schon gut gefüllt war mit ‚normalen‘ Badegästen. Wir fanden dennoch ohne Probleme unseren Gastgeber, die Sportfreunde vom LSV und begaben uns zügig zur Anmeldung. Kurz noch das Startgeld bezahlt und sich die passende Nummer auf den Oberarm platzieren lassen und schon konnten wir die Zeit bis zum Start genießen.

Die Sonne schien uns auf den Pelz und wir waren froh als es endlich Zeit wurde, sich für den Wettkampf fertig zu machen. Bei der Wärme war man vorher schon nahe dran baden zu gehen um sich abzukühlen. Aber wir wollten ja einen Wettkampf absolvieren und da konzentriert man sich auf seinen Start.

Es wurden uns noch kurz die Regeln für das Schwimmen erklärt. Start im Stehen aus dem Wasser, geradezu zur ersten Boje, links abbiegen und Boje zwei und drei mitnehmen, dann geradeaus zum Strand zurück und dann dort am Steg anschlagen, also wenn das Boot weg ist, ansonsten am Boot anschlagen oder irgendwo da halt, Hauptsache anschlagen. Man merkt schon, dieses Event wird immer mit viel Liebe veranstaltet und es geht weniger um den Wettkampfgedanken, als um den Spaß. Der kleine Helferkreis war wie immer sehr um unser Wohlergehen bemüht und so lockte jeden Sportler ein frisches, wenn auch leider warmes Bier („BIER! Nein, kein alkoholfreies, trink doch Wasser, wenn du was ohne Alkohol willst!“ So die Aussage des Veranstalters) nach dem Zielanschlag.

Also alle ab ins Wasser, Kappe auf, Brille auf, nach vorne zur Leine…. huch, da war schon der Startpfiff. Schneller als erwartet ging es auf die Reise, quer über den Motzener See, rüber, längs und wieder zurück. Das Süßwasser war nach unseren letzten Ostseeveranstaltungen für mich eine reine Wohltat. Endlich mal nicht diesen unangenehmen Geschmack im Mund und keine Quallen!!

Auf der langen Geraden zurück versuchte ich mich noch ein oder zwei Plätze nach vorne zu schieben und keine Frau mehr vorzulassen. Man wusste ja nie, in welcher Altersklasse die Nebenschwimmerin war. Jana hatte ich schon beim Start aus den Augen verloren, ich glaube, sie stand weit hinter mir und war noch überraschter als ich über den zügigen Start.

Nur noch ein paar hundert Meter…. nun hieß es Zähne zusammenbeißen und kämpfen. Die Strecke war mit ihren 1,6 km im Vergleich relativ kurz und absolut dafür geeignet, die ganze Zeit mit Tempo zu schwimmen. Der Steg war sichtbar und das blöde Boot lag noch im Weg. Also mal schauen, wo die anderen langpaddelten. Na toll, jetzt wichen die vom Kurs ab. Gut für mich, weil ich den direkten Weg nahm, aber auch irgendwie blöd, weil ich noch nicht wusste, wo ich nun anschlagen sollte. Egal, Augen zu und weiterschwimmen. Da lag ein Paddelboot am Steg. Irgend sowas hatte ich bei der Einweisung gehört. Also die Hand mal kurz ans Heck gedonnert und Richtung Strand raus. Schien richtig gewesen zu sein, denn ich bekam mein versprochenes Zielbier in die Hand gedrückt.

Meine Augen suchten sofort nach Jana, schließlich hatte sie beim letzten Mal schon ein paar Minuten auf mich gewartet. Diesmal hatte sie sich jedoch vorgenommen, mir meine stärkste Konkurrentin vom Hals zu halten. Kurz nach mir schlugen erst Jana am Boot und dann die Dame von Ostring an. Das hatte mein Kind doch super hinbekommen. Jana beschwerte sich zwar ein wenig, weil Suse öfter gegen sie geschwommen ist, aber das mit dem geradeschwimmen können wirklich nicht alle und für Mutti steckte sie gerne ein paar blaue Flecken ein.

Nun konnten wir uns in Ruhe duschen und umziehen gehen und mit dem Gewissen unser Bestes gegeben zu haben, auf die Siegerehrung warten. Für uns beide lief der Wettkampf hervorragend und wir belegten in unseren Altersklassen den ersten Platz. Mit Urkunden und Medaillen ausgezeichnet machten wir uns mit unserem Rad auf den Heimweg um endlich die Beine hochzulegen.

 

Somit hatte ich meinen erfolgreichen Saisonabschluss doch noch geschafft und freute mich über meine ganzen Platzierungen wie ein kleines Kind.

Nun geht es zurück in die Halle und die nächsten Wettkämpfe sind schon wieder Geschichte, wenn dieser Bericht zu lesen ist.

Was bleibt ist die Vorfreude auf den nächsten Sommer….

Angi