Schweriner Schlossschwimmen

Schweriner Schlossschwimmen

21. September 2019 Wettkämpfe 0

Schwerin 11.08.2019

Das erste Wochenende, an dem wir zwei Freiwasserwettkämpfe absolviert haben liegt hinter uns. Am Samstag sind wir in Potsdam gestartet, am Sonntag in Schwerin.

Schwerin ist die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern und nach Rostock die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes.

Wir waren das letzte Mal 2017 dort am Start. Besonders das Schweriner Schloss, welches auf einer idyllischen Insel inmitten des Schweriner Sees steht, hat es uns angetan. Die Schwimmstrecke führte vom Start unter eine Brücke hindurch, wodurch man das Schloss stets zu seiner Rechten hatte und es einmal umrunden konnte. Bei jedem Atemzug bekam man einen Blick auf das wunderschöne Märchenschloss und konnte es so aus allen Richtungen bestaunen.

Doch soweit waren wir noch lange nicht. Zuerst mussten wir anreisen. Bei unserer Wochenendplanung hatten wir immer geschaut, ob wir mit der Bahn oder dem Bus preiswerter und zeitlich passender als Ziel kommen würden. Es wurde ein Mix aus Beidem: Auf dem Hinweg mit der Bahn und auf dem Rückweg via Bus. Da Tobias über eine BahnCard verfügt, nahm er auch auf dem Rückweg den Zug.
Doch die Anreise gestaltet sich nicht immer einfach. Wir müssen immer planen, wie lange wir vom Ankunftsort zum Start und Zielbereich benötigen. Manchmal kommt es sogar vor, dass wir uns zwar für ein Verkehrsmittel entschieden haben, dieses jedoch aus der Liste des Anbieters verschwunden sind, bevor wir es buchen konnten. Dieses Mal hatten wir Glück, der Zug fuhr zu fast menschlicher Zeit am Hauptbahnhof los. Vom Bahnhof waren es noch einmal 20 Minuten Fußweg.
Das Schöne beim Schweriner Schlossschwimmen war, dass die Anmeldegebühr ein T-Shirt enthielt. So kam nach dem Zahlen und Malen, die Auswahl der passenden T-Shirt Größe. Voll ausgestattet suchten wir uns einen ruhigen Platz und setzten uns direkt am Wasser auf die Stufen mit Blick auf das wunderschöne Schloss. Nach und nach trudelten die anderen Schwimmer ein.
Die Gespräche, die man von seinen Nachbarn aufschnappte, waren teilweise recht interessant. Während sich neben uns zwei jungen Männer in lange Anzüge quälten, erzählte ein anderer Schwimmer, dass er gerade beim Wettkampfrichter danach gefragt hätte, ob er denn überhaupt mit einem langen Anzug schwimmen dürfe. Die Antwort des Kampfgerichts war: Nein.

Als er dies den beiden jungen Männern mitteilte, die ihre sehr engen Schwimmanzüge bereits zu einem Viertel angezogen hatten, echauffierte sich besonders einer der jungen Männer über das Kampfgericht. Er hielt schließlich Rücksprache mit dem Schiedsrichter und teilte diesem wohl mit, dass in der Ausschreibung nichts von Fina Bekleidung oder einem Verbot von langen Anzüge stehen würde. Also schoss er sich weiter in einen viel zu engen Anzug. Sein Begleiter hatte bis zum Start versucht vier verschiedene Badehosen anzuziehen. So schnell kann man sich als Zuschauer und Zuhörer seine Zeit vertreiben.

 

Als unsere Zeit gekommen war, stiefelten wir mit Badekappe und Schwimmbrille Richtung Start. Es gab noch eine kurze Einweisung, welche Bojen man wo liegen lassen sollte und an welcher Stelle man aufgrund der Untiefen die Brücke unterqueren sollte und dann durften wir auch schon zu Wasser. Kurz auf das Startsignal gewartet und ab ging das wilde Gepaddel. Hinter der ersten Wendeboje zog sich das Feld schon ganz gut auseinander. So ließ es sich immer besser schwimmen . Ich für meinen Teil kann es ja nicht nachvollziehen, dass manche nicht geradeaus schwimmen können. Seit ich mit Kontaktlinsen schwimme und die Bojen sehen kann, könnte man an meinem Kurs ein Lineal anlegen. Warum sollte ich auch irgendwo rumeiern? Kostet doch nur Zeit und Kraft! Also einfach geradeaus, Boje, geradeaus, Boje usw.

Wir schwammen brav mit einigem Abstand um das Schloss, bestaunten es von allen Seiten, schauten schon einmal, wo wir später langlaufen wollten, passierten die zweite kleine Drehbrücke und dann gab es nur noch eine Boje um die wir rum mussten, bis es Richtung Ziel ging.

Den Transponder hatten wir diesmal um den Knöchel (sonst immer am Handgelenk). Im Ziel mussten wir vom Wasser auf eine Rampe, mit Hilfe zweier sehr kräftiger Herren gelang es mir fast elegant, wo ein paar Schritte später die Zeitmessung piepte. Schon waren die 2 km Schweriner Schlossschwimmen Geschichte.

Da das Wasser keine Trinkwasserqualität besaß, waren wir froh, dass kalte Duschen aufgebaut waren, wo wir den gröbsten Dreck abspülen konnten. Anschließend ließen wir uns mit Getränken verwöhnen. Es gab lecker Erdinger Mixgetränke, die den Energiehaushalt schnell auffüllten. Nach dem Umziehen warfen wir ein Blick auf den Ergebnismonitor von Tollense Timing und ich war sooooo glücklich, denn ich wurde Erste in meiner AK! Und der arme Tobias musste wieder mit mir warten. Als ich dann bei der Siegerehrung stolz meinen Pokal in Empfang nahm, machte er als mein Hausfotograf wieder einmal tolle Bilder. Vielen Dank Tobias! Ich kann es gar nicht oft genug sagen. Deine Geduld stelle ich dieses Jahr wirklich auf eine harte Probe.

Nach dem Fotoshooting machten wir uns auf zum Sightseeing. Als wir das letzte Mal in Schwerin waren, war das Schloss noch komplett in ein Baugerüste eingepackt. Diesmal erstrahlte es in vollem Glanz und wir konnten auf der kleinen Insel einmal rumlaufen und uns das ansehen, was wir vom Wasser schon erspäht hatten. Da gab es auch noch das eine oder andere schöne Fotomotiv.

Weiter ging es danach Richtung Altstadt, mit kleiner Erholungspause auf einer Bank. Auch wenn es nur 2 km waren, die wir im Wasser zurückgelegt haben, so steckt einem das schon in den Knochen. Wir sind ja auch keine 20 mehr. Noch ein wenig rechts und links schauen, kurz zu einem anderen See aufs Wasser schauen und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von der Landeshauptstadt. Zurück ging es getrennt in Zug und Bus. Leider hatte ich an diesem Sonntagnachmittag nicht so viel Glück und kam mit dem Flixbus in mehrere Staus. Als er dann seinen Zwischenstopp am U-Bahnhof Tegel machte, verließ ich ihn so schnell es ging und setzte meinen Heimweg mit der BVG fort. Gut eine Stunde später als geplant konnte ich mich auf die Couch fallen lassen und noch einmal stolz meinen goldenen Pokal bestaunen.

Angi