Die diesjährigen Berliner Kurzbahnmeisterschaften am 3. November wurden für die Masters erstmalig „offen“ ausgeschrieben, was nicht bei allen Aktiven unbedingt Anklang fand. Ja, Konkurrenz belebt das Geschäft, und so gab es schon deutlich mehr Meldungen als sonst. Der Wettkampfsonntag verlängerte sich damit aber auch bis zum Spätnachmittag, und so mancher zog dann doch etwas müde aus der Halle.
Schwimmen durften wir in der SSE, also im Profi-Becken. Gleich im ersten Wettkampf ging unsere Mädels-Staffel in der AK100+ (ja, wir verjüngen uns immer mehr!) an den Start über 4x50m Lagen und sorgte mit Kathi, Nelly, Sophie und Lisa für die ersten Medaillen und einen neuen Vereinsrekord!

Überhaupt: es sollte der Tag der neuen Vereinsrekorde werden – besonders Sophie war soooo gut drauf, dass sie sich zusätzlich gleich mit fünf weiteren Rekordzeiten an die Spitze schwimmen konnte. In der Staffel flog sie in Schmett in sagenhaften 31,71 Sekunden über die Bahnen, wiederholte im Einzelrennen dann in 32,22 Sekunden, 50m Freistil in 29,65, 50m Rücken in 34,00, 100m Rücken in 1:13,78, 100m Freistil in 1:05,35. Kein Wunder, wenn da unter uns die Frage aufkam, was sie an dem Morgen wohl gefrühstückt hatte?!
Auch bei Katharina kamen wir aus dem Staunen nicht heraus – sie verbesserte ihre persönlichen Bestzeiten bei 6 von 8 Starts, schwamm über die 100m Brust in 1:26,40 neuen Vereinsrekord und freute sich über ihre super 100m Rücken-Zeit von 1:16,94.
Unter den jungen und älteren Wettkampfdelphinen (…Jörg und ich waren nunmehr die Ältesten…) fanden sich aber auch drei neue Nachwuchs-Delphine ein:

Filippo de Angelis startete erstmals in der AK30 für unseren Verein, und Sebastian Schimmelpfennig konnte nach seinem Debüt beim Badewannencup so richtig „Meisterschaftsluft“ schnuppern und motivierte seine Frau Nina zur Wettkampfpremiere. Und das sollte sie nicht bereuen, Silber über 50m Rücken in der AK50 sowie 2x Bronze über 100m Lagen und 50m Schmetterling landeten im Schwimmgepäck! Das fleißige Wendenüben vorher hat sich gelohnt, alles ging gut! Siehe auch ergänzend das persönliche Feedback dazu von Nina und Sebastian…

Auch wenn die auswärtigen Nichtberliner hier mit um die Titel kämpften, bekamen wir mehrfach Gold um den Hals gehängt:
- Jörg für 50m Brust
- Lisa für 100m Schmetterling und 200m Freistil
- Katharina für 100m Brust, 50+100m Rücken, 50+100m Freistil

Ein tolles Ergebnis nach so manchem anstrengenden Sprint-Training der letzten Wochen!
Sabine
Und hier gleich noch die persönlichen Eindrücke von Nina und Sebastian zu ihrem Meisterschaftserlebnis:
Seit Anfang des Jahres sind wir Mitglieder im Verein und ziehen glücklich in der Trainingsgruppe unsere Bahnen. Wir waren beide noch nie im Schwimmverein, sind also keine erfahrenen, geschweige denn schnellen Schwimmer. Umso mehr hat es uns überrascht, als Sabine beim Sommerfest fragte, ob wir beim Kreuzberger Badewannen-Cup mitmachen möchten. Ich hatte zwar Lust, aber keine Zeit. Sebastian hat teilgenommen und mir anschließend freudig davon berichtet.
Irgendwie waren wir jetzt wohl im Mail-Verteiler für die nächste Wettkampf-Anfrage – die Berliner Kurzbahnmeisterschaften der Masters. Gut, dachte ich, der Badewannen-Cup klang ja echt entspannt und vorwiegend nach Spaß, da können wir ja beide mal bei den Kurzbahnmeisterschaften teilnehmen. Sabine freute sich über unser Interesse und schätzte schon mal unsere Meldezeiten. Jörg merkte an, dass wir sicher nicht gleich gewinnen werden, aber selbstverständlich willkommen sind, dort mitzuschwimmen. Also haben wir uns angemeldet.
Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass man verschiedene Wenden und Anschläge passend zur Schwimmart beherrschen muss, um nicht disqualifiziert zu werden. Unser Ziel lautete nun also: regelkonform durchkommen, nicht disqualifiziert werden.
Der Wettkampf-Tag in der SSE war wirklich aufregend. Vor allem die Sekunden vor dem Start. Zum Glück war die Aufregung im Wasser verflogen. Besonders interessant war, die Starts der erfahrenen PSV-Delphine und natürlich auch die der anderen Teilnehmer*innen zu sehen. Wie schnell kann man bitteschön schwimmen? Großen Respekt hatte ich vor den zahlreichen Kampfrichtern, die mit Adleraugen die Starts und Wenden verfolgten, mich aber bei jedem Start mit einem freundlichen Wort vor dem Starblock begrüßt haben. Die Frage, in welchem Winkel ich meinen Startblock eingestellt haben wollte, konnte ich mangels Erfahrung gar nicht beantworten. Das wichtigste war ja wohl, dass die Brille beim Sprung hält…
Mit Abstand am beeindruckendsten fand ich die älteste Teilnehmerin eines Vereins, Ingrid (AK 85!), und die 320+ Staffel (4 Leute je mindestens 80 Jahre!). Wenn die geschwommen sind, hat die ganze Halle geklatscht!
Wir wurden nicht disqualifiziert. Sabine hat mit Ihren Meldezeiten für uns absolut richtig gelegen. Jörgs Prognose hat sich nicht erfüllt: wir sind tatsächlich sogar mit Medaillen nach Hause gegangen!
Es war eine tolle Erfahrung! Ich bin aber froh, in der netten Trainings-Gruppe zu sein und dort ohne Druck schwimmen zu können. Unser neues Ziel ist, uns in ein paar Jahrzehnten auch noch so fröhlich wie Ingrid und die 320+ Staffel im Wasser zu tummeln!
Nina & Sebastian

