Traditionelles Anbaden am Plötzensee: Die PSV-Delphine starten in die Sommersaison
14 Grad. Mehr hatte der Plötzensee am 2. Mai noch nicht zu bieten. Das Wasserthermometer blieb gnadenlos: keine 15, kein „fühlt sich wärmer an als es ist“, kein Interpretationsspielraum. Einfach 14 Grad. Punkt.
Trotzdem marschierten gegen Mittag knapp zwei Dutzend wagemutige PSV-Delphine – Kinder, Jugendliche, Freizeitschwimmer, Freiwassersportler und Masters – vom Vereinsheim hinunter zum Strand. Vor ihnen: der menschenleere See. Hinter ihnen: die sichere Wärme. Dazwischen: dieser kurze Moment, in dem man sich fragt, warum man eigentlich jedes Jahr wieder auf solche Ideen kommt.
Dann begann das übliche Ritual. Erst der große Zeh. Dann der Fuß. Dann bis zu den Knien. Die ersten verzogen das Gesicht, andere klopften Sprüche, wieder andere sammelten Mut. Und irgendwann half alles nichts mehr: rein da.
Danach war Schluss mit vorsichtig. Alle planschten, lachten, prusteten und bewegten ordentlich Wasser. Die einen tauchten beherzt unter, andere hielten lieber erstmal Sicherheitsabstand zur eigenen Tapferkeit. Die Kinder waren ohnehin schneller drin, als die Erwachsenen „arschkalt“ sagen konnten.
Genau darum geht es beim traditionellen Anbaden: nicht um Rekorde, nicht um Stilnoten, sondern um Vereinsleben, gute Laune und diesen kleinen Berliner Trotz: kalt? Na und!
Wer bei 14 Grad im Plötzensee war, darf den Sommer offiziell eröffnet nennen.
Andreas







