
Kurze Strecken, lange Strecken, Staffeln – unsere Masters ließen es krachen.
Kaum war der Trainingsrückstand nach der Sommerpause halbwegs aufgeholt, ging es für unsere Masters schon wieder mitten hinein ins Wettkampfgeschehen. Den Auftakt machten die Berliner Kurzbahn-Meisterschaften am 16. November. Und dort zeigte das Team gleich, dass in diesem Winter einiges möglich sein würde: persönliche Bestzeiten, neun Meistertitel, ein Vereinsrekord und ein starker zweiter Platz der 4×50-Meter-Mixed-Staffel in der AK 160+.
Während die einen auf den Startblöcken standen, fieberten andere aus dem Urlaub heraus im „Fanclub-Modus“ mit – selbstverständlich mit Live-Ergebnissen und Staffelvideo. Auch das gehört zu dieser Mannschaft: Wer nicht selbst schwimmt, feuert eben aus der Ferne an.
Überhaupt war die Saison geprägt von dieser besonderen Mischung aus Ehrgeiz, Teamgeist und der Frage, die vermutlich jede Masters-Schwimmerin und jeder Masters-Schwimmer irgendwann am Beckenrand stellt: Warum tue ich mir das eigentlich an?

WTC-Pokal: Aller guten Dinge sind drei
Eine ziemlich gute Antwort lieferte der WTC-Pokal in Dresden am 6. und 7. Dezember. Für unsere Masters ist dieses Wochenende längst ein Traditionswettkampf: viel Wasser, viele Starts, viel Teamgefühl.
Mit 17 Schwimmerinnen und Schwimmern reiste das PSV-Team an. Am Ende stand der dritte Sieg in Folge beim WTC-Pokal in der „kleinen“ Wertung. Gegen 45 andere Vereine, wohlgemerkt. Spätestens da war klar: Diese Truppe funktioniert nicht nur sportlich, sondern auch als Team.
Dazu passte das volle Programm: 16 Staffelstarts, 40 Einzelstarts, lange Tage in der Schwimmhalle, der traditionelle Abstecher auf den Dresdner Weihnachtsmarkt und die legendär durchhängenden Betten des Jugendgästehauses. Für zusätzliche Nachtruhe – oder eher deren Gegenteil – sorgten nächtliche Rufe aus dem benachbarten Pflegeheim. Erstaunlich eigentlich, dass am nächsten Morgen trotzdem noch Top-Leistungen ins Wasser gebracht wurden.

Lange Strecken: Der Härtetest
Kaum war Dresden verarbeitet, warteten im Sportforum am 17. und 18. Januar schon die Langen Strecken. 400 Meter Lagen, 800 Meter Freistil oder sogar 1500 Meter Freistil sind nichts, was man mal eben nebenbei erledigt. Da geht es nicht nur um Kondition, sondern auch um mentale Stärke: Bahnen zählen, Rhythmus halten, nicht zu früh sterben, am Ende vielleicht noch mal den Turbo zuschalten.
Für viele wurde das Wochenende zum echten Härtetest. Manche wagten sich zum ersten Mal an neue Strecken, Christoph feierte sein Wettkampf-Comeback, Jon startete erstmals überhaupt als Masters-Schwimmer in der AK 20. Lisa absolvierte ein Mammutprogramm über mehrere lange Freistilstrecken. Eiko, bisher eher als Sprinter erfolgreich, traute sich plötzlich auch an die langen Distanzen. Und Manja, unsere Freiwasser-Spezialistin, wusste zwar selbst nicht ganz genau, warum sie sich freiwillig für 800 und 1500 Meter im ungewohnten Schwimmbecken gemeldet hatte – zog ihre Rennen dann aber selbstverständlich souverän durch.
Neben all diesen persönlichen Geschichten sammelte das Team Berliner Meistertitel, Vereinsrekorde, Altersklassenrekorde und jede Menge persönliche Bestzeiten. Kurz gesagt: Die langen Strecken taten weh. Aber sie lohnten sich.
Norddeutsche: Acht Titel für Berlin
Bei den Norddeutschen Masters-Meisterschaften am 14. und 15. März in Hannover zeigte sich dann, wie viel Energie inzwischen in dieser Gruppe steckt. Acht Norddeutsche Meistertitel konnten unsere Masters mit nach Berlin nehmen.
Eiko gewann über 50 und 100 Meter Rücken sowie über 400 Meter Lagen. Kathi holte den Titel über 200 Meter Rücken. Lisa siegte über 400 und 800 Meter Freistil sowie über 400 Meter Lagen. Nina wurde ebenfalls Norddeutsche Meisterin über 400 Meter Lagen. Dazu kamen zahlreiche persönliche Bestzeiten, drei Vereinsrekorde – alle durch Sophie – und sage und schreibe 18 Altersklassenrekorde.
Hannover war aber mehr als Medaillen und Zeiten. Am Beckenrand wurde angefeuert, mitgefiebert, getröstet und gefeiert. Die Masters waren schnell, laut und als Team kaum zu übersehen. Genau solche Wochenenden machen Lust auf mehr.

Masters-Cup: Saisonhöhepunkt auf der Langbahn
Für einige von uns ist der Masters-Cup im Sportforum der Saisonhöhepunkt auf der Langbahn im ersten Halbjahr. Bei rund 280 Teilnehmenden, mehr als 800 Starts und starken internationalen Gästen darf einem im Vorfeld schon einmal die Pumpe gehen – besonders, wenn es wie für Faye und Charline in der AK 25 der erste offizielle Wettkampfstart für die Delphine ist.
Unsere zwölf Aktiven ließen sich davon nicht schrecken. Die Stimmung im Team war hervorragend, und auch die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: 25 Mal standen unsere erfahrenen Wettkampf-Delphine nach ihren Einzelstarts auf dem Siegerpodest, davon zwölf Mal ganz oben.
Für unsere Trainerin Sabine ist es die schönste Belohnung, wenn Pläne aufgehen, sich harte Trainingsarbeit im Wettkampf zeigt und bei der Siegerehrung die Gesichter strahlen. Natürlich wanderten auch wieder einige Notizen fürs weitere Training in ihr Heftchen: hier die Armfrequenz erhöhen, dort den Beinschub auf der zweiten Hälfte eines 200-Meter-Rennens stabiler halten, an anderer Stelle die Gleitphase verbessern und Kraft besser ins Wasser bringen.

Aber sie konnte auch viele positive Entwicklungen notieren: ein flacherer Armzug im Schmetterlingsschwimmen, bessere Renneinteilung, kürzere Armzüge im Endspurt und Zwischenzeiten, die eine deutlich verbesserte Kondition erkennen ließen. Fazit: Wir haben viel richtig gemacht.
Lang war diese Wettkampfsaison also tatsächlich. Anstrengend auch. Aber vor allem war sie schnell, erfolgreich und ziemlich teamstark.
Sabine, Annett, Jörg und Maik
