Eine Vereinsfahrt in Zahlen: 1 Bus, 1 Busfahrerin mit Superkräften, 10 Stadtrallye-Teams, 1 Buffet für eine Armee und 0 Handys (fast).
Am 28. August 2026 trafen wir uns am altbekannten Treffpunkt hinter dem Rathaus Wedding. Pünktlich um 15.45 Uhr rollte der Bus los, und das war bereits die erste Sensation des Wochenendes. Berlin machte es uns wie immer nicht leicht: Stau links, Stau rechts, Stau vor uns. Doch unsere Busfahrerin Conny kannte Schleichwege, von denen selbst das Navi nichts ahnte. Zehn Minuten später war Berlin im Rückspiegel verschwunden. Wir vermuten, Conny hat in einem früheren Leben Rettungsgassen erfunden.
Die weitere Fahrt bot alles, was das Wetter hergibt: Sturm, Regen und Sonnenschein, gerne auch alles in einer Pause. Gegen 21.30 Uhr erreichten wir Barnstorf, ohne Zwischenfälle, aber mit ordentlichem Hunger.
Zelte mit Hausnummer
Der Empfang war herzlich, laut und voller Vorfreude. Diesmal gab es beim Zelteverteilen keine Schlacht um die besten Plätze, denn die Zelte waren nummeriert, und jeder wusste, wie viele Liegeplätze drinsteckten. Die Belegung verlief so entspannt, dass einige Trainer misstrauisch nach dem Haken suchten. Es gab keinen. Danach: belegte Brötchen, ein bisschen Kicker, und dann ab in die Schlafsäcke. Ob geschlafen wurde, entzieht sich unserer Kenntnis.
Der Wettkampf: Wir waren großzügig
Nach dem Frühstück ging es los mit dem Wettkampf, der allen großen Spaß machte. Das Ergebnis, am Abend verkündet: Wir haben verloren. Wir waren nämlich weniger Schwimmerinnen und Schwimmer und Mathematik ist bekanntlich gnadenlos. Wir sehen es aber so: Wir haben den Sieg unseren Gastgebern gegönnt. Wer bewirtet wird wie wir, darf auch mal verlieren.
Nach dem Mittagessen ging es nach Schmolte zum Fußballgolf. Neu, lustig und anstrengend, denn der Platz hatte „Sonne satt“. Schatten gab es leider so gut wie keinen. Trotzdem hatten alle großen Spaß, auch wenn die Beine nach dem Wettkampf schon leise protestierten.
Das Buffet für die „Armee“
Abends gab es Fleisch und Wurst vom Grill und Salate in rauen Mengen. Man hätte meinen können, eine ganze Armee sei im Anmarsch. Es war nur ein Schwimmverein, aber ein sehr hungriger. Satt wurden alle und wer nicht satt wurde, hat es nicht richtig versucht. Anschließend wurde noch im Dunkeln geschwommen, was zu den meistgenannten Highlights des Wochenendes zählt.
Sonntag: Packen, rätseln, warten
Nach dem Frühstück hieß es Koffer packen. Conny bekam die Heldenaufgabe, das gesamte Gepäck im Bus zu verstauen, eine Art Tetris auf Profi-Niveau. Währenddessen zogen wir in zehn Teams zur Stadtrallye los. Jedes Team hatte eine App auf dem Handy des Teamleiters, die die Richtung vorgab. Alle mussten dieselben Stationen ablaufen, nur in anderer Reihenfolge, damit keiner abschreibt. An jeder Station gab es Aufgaben und Fragen, und erst danach verriet die App das nächste Ziel.
Wir waren so schnell, dass wir am Schützenhaus viel zu früh ankamen. Das Mittagessen war noch nicht fertig, und für Kinder ist Warten bekanntlich die schlimmste Disziplin überhaupt. Die Stimmung kippte kurz, aber dann kam das Schnitzel mit Pommes und plötzlich fanden alle, dass sich das Warten gelohnt hatte. Wunder der Gastronomie.
Zum Abschied gab es das Versprechen: Nächstes Jahr sehen wir uns in Berlin wieder.
Stimmen aus dem Becken
Die Schwimmerinnen und Schwimmer haben natürlich auch Zeugnis abgelegt:
„Das Essen war lecker.“ (mehrfach)
„Das Frühstück war so abwechslungsreich, dass ich es jetzt zu Hause nachmache.“ – Wir wünschen den Eltern viel Erfolg.
„Das Zelten war klasse, das frühe Aufstehen nicht.“ – Hier herrscht erstaunliche Einigkeit.
„Die Stadtrallye war cool.“ Dagegen: „Die Stadtrallye fand ich nicht so gut, aber die netten Gespräche schon.“ – Das nennen wir diplomatisches Feedback.
„Das Brustschwimmen war toll und sollte zur Pflicht für jeden werden.“ – Der Vorstand prüft den Antrag.
Besonders bemerkenswert: Es gab eine handyfreie Zeit, und tatsächlich haben sich alle daran gehalten. Ein Wunder, dass größer ist, als jedes Stauumfahrungskunststück.
Und dann waren da die Wünsche für nächstes Jahr: Die Trainerinnen und Trainer sollen auch schwimmen. Und Conny soll eingeladen werden, nicht nur als Fahrerin, sondern auch als Schwimmerin. Wir finden: Wer Berlin im Stau so elegant verlässt, hat sich mindestens eine Bahn im Becken verdient.
Fazit: Wettkampf verloren, Herzen gewonnen, Buffet besiegt. Barnstorf, wir kommen wieder, aber diesmal mit mehr Schwimmerinnen und Schwimmern.
Manuela Banisch
Wedding – Barnstorf und zurück: Wie wir den Sieg großzügig verschenkten
